Vorneweg möchten wir gerne noch sagen, dass wir nur einen kurzen Einblick in das spanische Schulsystem hatten, nämlich nur einen halben Tag lang, deshalb beschreiben wir hier nicht nur unsere Beobachtungen und Erfahrungen, die wir während des Schulbesuchs gesammelt haben, sondern auch eigene Erfahrungen, die einige von uns außerhalb des Austausches erlebt haben, im Bezug auf das spanische Schulwesen.
Also viel Spaß und wir hoffen wir können den ein oder anderen dazu begeistern, einmal an einem Austausch nach Spanien teilzunehmen, um selbst das zu erleben, was wir erlebt haben.

 

Prinzipiell ist der Schulalltag in Spanien etwas anders als in Deutschland. Hier fängt die Schule erst um 8:15 Uhr an und endet um 17:00 Uhr. Viele Schüler besuchen danach aber auch noch andere "Schulen", in denen sie meistens Englisch oder andere Fächer entweder aufarbeiten oder erlernen können. Vergleichbar sind diese Einrichtungen mit einer Nachhilfe- oder Vorbereitungsschule.
Auch die Dauer der Schulstunden ist dort etwas länger als bei uns, sie beträgt 60 Minuten, nicht 45 Minuten wie bei uns in Deutschland. 15 Minuten hören sich vielleicht nicht so viel an, aber wenn man im Unterricht ist, merkt man den 15-Minutenunterschied dann doch schon ziemlich deutlich :).
An einem normalen Schultag hat man zwei Pausen. Die erste ist von 11:15 Uhr bis 11:45 Uhr und die zweite ist von 14:35 Uhr bis 15:15 Uhr, sie ist gleichzeitig die Mittagspause, in der die kleineren Schüler zusammen ihr Mittagessen essen. Bis zur zehnten Klasse ist das gemeinsame Essen in der Kantine verpflichtend, die älteren Schüler dürfen sich jedoch entscheiden ob sie ihr Essen in der Schule zu sich nehmen oder ob sie zu Hause essen gehen. Da die Schule, die wir besuchten, sehr zentral liegt, gingen tatsächlich viele Schüler wirklich nach Hause essen anstatt in der Schule zu bleiben.
Etwas, was einem sofort auffällt, ist die schöne Atmosphäre zwischen Schülern und Lehren. Im Vergleich zu dem deutschem Schüler-Lehrer Verhältnis ist das spanische viel offener, lockerer und entspannter. Die Lehrer erkundigen sich zum Beispiel stetig nach dem Wohlergehen der Schüler und reißen auch den ein oder anderen Witz bzw. lachen auch herzhaft über Witze der Schüler, auch wenn der ein oder andere sie selbst betrifft. Manche Schüler unterhalten sich auch nach den Stunden noch mit den Lehrern über private Dinge wie Beziehungen und Ähnliches.
Auch die Art wie unterrichtet wird, ist anders, sozusagen moderner und technikorientierter. Es fängt damit an, das fast jeder Lehrer seinen Unterricht durch eine Power Point Präsentation oder ähnliches ergänzt, weshalb jedes Klassenzimmer einen Beamer und einen Computer besitzt. Viele Fächer haben eigene Arbeitshefte, die so ähnlich sind wie unsere "Workbooks" oder "Carnets", in denen die Themen aufgeführt und erklärt werden, in denen aber auch Internetseiten oder andere Lehrbücher aufgelistet sind, wo man das jeweilige Thema noch weiter erklärt bekommt und auch Übungsaufgaben dazu findet. In den Fächern wie zum Beispiel Mathe und Castellano ( vergleichbar mit unserem Deutschunterricht, wo wir Grammatik, etc. lernen ) wurde fast ausschließlich damit gearbeitet.

Trotz des guten Verhältnisses zwischen Lehrern und Schülern ist der Schulalltag in Spanien, verglichen mit unserem, ziemlich hart. Nicht nur, dass die Schüler bis 17:00 Uhr Schule haben, sie bekommen auch noch Hausaufgaben auf, die sie dann abends noch machen müssen. Vor allem für die älteren Schüler in den Abschlussjahrgängen ist es ziemlich anstrengend, da sie sich zusätzlich noch auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten müssen.

Trotz alldem fanden wir den spanischen Unterricht und den Schulalltag um einiges entspannter und auch angenehmer, zum Teil auch deswegen, weil wir nichts machen mussten oder zumindest nicht viel (^^), aber ungeachtet dessen ist die Klassegemeinschaft und auch der Umgang der Schüler untereinander um einiges enger und auch "netter" als unserer, jeder hilft jedem, so ziemlich alle sind miteinander befreundet oder respektieren sich und es gibt keine Außenseiter, wie es bei uns leider manchmal der Fall ist. 
Wir würden jedem empfehlen, einmal eine spanische Schule zu besuchen, nur um sich ein Bild davon zu machen und zu erleben, wie offen und freundlich die Spanier sind - auch oder besonders zu Besuchern ;) - und keine Panik wegen möglichen sprachlichen Hürden haben.  So ziemlich jeder Spanier freut sich darüber, wenn du oder ihr wenigstens ein paar Wörter Spanisch sprechen könnt und hilft euch nur zu gerne weiter, falls ihr oder du mal nicht weiter wisst.

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