Grenzen überwinden, Zukunft entdecken

Eine unvergessliche Erasmus-Woche in Wiesloch

 

Vom 21. bis 27. März 2026 durfte das Ottheinrich-Gymnasium in Wiesloch eine besondere Besuchergruppe begrüßen: Zwölf Schülerinnen und Schüler aus dem französischen Überseedépartement Guadeloupe reisten im Rahmen des europäischen Austauschprogramms Erasmus+ gemeinsam mit ihren Begleitpersonen Lyva Laumuno, Noémie Rosamont und Dididier Dosda nach Deutschland. Ziel der Begegnung war nicht nur das Kennenlernen von Kultur und Alltag, sondern vor allem die persönliche Entwicklung unter dem Leitgedanken „Découverte de soi“ – Selbstfindung – sowie die berufliche Orientierung.

Das abwechslungsreiche Programm bot den Gästen vielfältige Einblicke in Schule und Gesellschaft. Neben Unterrichtsbesuchen am OHG standen auch außerschulische Aktivitäten auf dem Plan: Ein Besuch der Klimaarena vermittelte Wissen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bei einer Stadtführung durch Wiesloch und einem Empfang im Rathaus lernten die Schülerinnen und Schüler ihre Gaststadt näher kennen. Ein Ausflug nach Heidelberg mit Besichtigung des berühmten Heidelberger Schlosses rundete das kulturelle Programm ab.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Berufsorientierung: Einen ganzen Tag lang begleiteten die Jugendlichen ihre Gasteltern zur Arbeit und erhielten so praxisnahe Einblicke in verschiedenste Berufsfelder – vom Bauingenieurwesen über den Lehrerberuf und die Chemie bis hin zur Tätigkeit in einer Bank in Frankfurt oder bei einem Physiotherapeuten sowie beim Softwareunternehmen SAP.

Ein herzlicher Dank gilt dabei der Zahnarztpraxis Wamser in Walldorf sowie der Tierarztpraxis Hassler in Rauenberg, die kurzfristig zusätzliche Hospitationsplätze ermöglichten und damit einzelnen Schülerinnen besondere Einblicke gewährten.

Ein weiteres Highlight war der Besuch im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) in Wiesloch. Dank des Engagements der Ausbildungskoordinatorinnen Frau Gschwender und Frau Koch konnten die Jugendlichen verschiedene Berufsfelder im Gesundheitswesen kennenlernen. Besonders beeindruckte die angehende Pflegefachkraft Marie Leugo Tchakam aus Kamerun, die anschaulich und mit großer Begeisterung von ihrem Arbeitsalltag berichtete. Weitere Einblicke erhielten die Schülerinnen und Schüler im gerontopsychiatrischen Bereich sowie in der Forensik, wo Fachkräfte aus Ergotherapie, Sport- und Musiktherapie ihre Arbeit vorstellten. Auch der Weg in den Beruf der Psychologin wurde praxisnah erläutert.

Zum Abschluss der Woche leitete Frau Weber, eine Vertreterin der Agentur für Arbeit, einen Workshop zur Berufsorientierung in Deutschland. Dabei reflektierten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen – insbesondere den Praxistag am Arbeitsplatz ihrer Gasteltern. Das Fazit fiel durchweg positiv aus: Einige der Jugendlichen können sich sogar vorstellen, künftig in Deutschland zu studieren oder zu arbeiten.

Am Freitag trat die Gruppe schließlich die Heimreise an – im Gepäck zahlreiche neue Eindrücke, Erfahrungen und Perspektiven. Die Teilnehmerin Taïcha brachte ihre Begeisterung auf den Punkt: „L'Allemagne est un pays impressionnant, je ne regrette rien!“ – Deutschland ist ein beeindruckendes Land, ich bereue nichts.

(Text und Fotos: Iris Graf)