Vulkane, exotische Gewürze und viel Lebensfreude

Schülergruppe der Klasse 10b weilte auf La Réunion

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer ein T-Shirt (Foto: Gr).

Wir, vierzehn Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 10b, weilten vom Dienstag, dem 1. November, bis zum Dienstag, dem 15. November 2022 im französischen Übersee-Département La Réunion. Unser Besuch war eingebettet in das Projekt "Les préjugés nous limitent, limitons les préjugés“, das vom europäischen Programm Erasmus+ gefördert wird. In meinem Text möchte ich über unsere zwei gemeinsamen Wochen auf der Insel im Indischen Ozean Auskunft geben.

Nach einem langen Flug kamen wir gegen 12 Uhr auf La Réunion an. Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt nur etwa drei Stunden. Am Flughafen erwarteten uns bereits unsere Gastfamilien, mit denen wir den ersten Tag verbringen durften, um sie und unser neues Zuhause besser kennenzulernen.

Am Mittwoch gingen wir an den Strand, wo wir gemeinsam mit den Franzosen und den norwegischen Austauschschülern das Kayakfahren und das Standup-Paddling beigebracht bekamen. Am Donnerstag lernten wir bei einer etwa dreistündigen Rallye die Stadt Sainte-Anne, in der wir für die Zeit unseres Austauschs zu Gast waren, kennen. Die Gewinnergruppe der Rallye wurde am vorletzten offiziellen Abend gekürt. Im Anschluss an die Rallye arbeiteten wir zusammen mit den Franzosen und den Norwegern an unserem gemeinsamen Erasmusprojekt zum Thema „Vorurteile“.

Am Freitag konnten wir bei einer „Safari Dauphin“ während einer Bootsfahrt Delfine beobachten. Danach ging es zum Markt nach Saint Paul, wo wir uns unter das bunte Treiben der einheimischen Marktbesucher mischten. Schließlich besichtigten wir an diesem Tag noch das „Musée de Villèle“, das uns die Geschichte der Sklaverei auf der Insel näher erklärte. Den Samstag verbrachten wir bei unserer Gastfamilie. Am Sonntag bereiteten die Gasteltern ein Picknick am Strand vor und erfreuten uns mit vielen bunten kreolischen Spezialitäten.

Dann begann bereits unsere zweite Woche. Am Montag besuchten wir wieder die Schule und präsentierten außerdem ein von uns ausgewähltes Thema vor verschiedenen Grundschulklassen. So erklärte z.B. eine Gruppe den französischen Grundschülern den Brauch der Schultüten in Deutschland und bastelte eine solche mit ihnen. Danach arbeiteten wir erneut an unserem Erasmusprojekt und tauschten uns mit den norwegischen Schülerinnen und Schülern über Aspekte des Themenkomplexes „Rassismus und Vorurteile“ aus.

Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus zum „Piton de la Fournaise“, dem einzigen noch aktiven Vulkan der Insel. Wir wanderten auf einem sehr mühsamen Weg bis zu einem kleinen erloschenen Krater. Anschließend besichtigten wir die „Cité du Volcan“, ein interaktives Museum, in dem wir viel über die Entstehung der Insel erfuhren. Am Mittwoch fuhren wir in den „sud sauvage“, den wilden Süden, der Insel, wo wir unter anderem die Kirche von Sainte-Rose anschauten, die bei einem Vulkanausbruch 1977 beinahe zerstört wurde. Als nächstes besuchten wir die „Anse des Cascades“, eine idyllische Bucht mit Wasserfällen. Am Nachmittag besuchten wir den „Jardin des épices“, einen Gewürzgarten, in dem wir Gewürzpflanzen sahen, deren Namen wir bisher nur aus dem Supermarkt kannten, z.B. Muskatnuss- und Pfefferbäume. Zuhause hieß es an diesem Abend zusammen mit unseren Austauschpartnern Kuchen backen für den gemeinsamen Abend am 10. November.

Der Donnerstag stand im Zeichen der Religionen, denn wir hatten – wieder in Bezug zu unserem Erasmusprojekt – die Möglichkeit, einen Hindutempel und eine Moschee zu besuchen. Ein Führer erklärte uns, wie man diese Religionen ausübt. Abends trafen wir uns alle wieder in der Schule. Die Norweger hatten Pizza gebacken und wir brachten unsere Kuchen mit. Zunächst schauten wir die Fotos und die Schulvideos an, die wir bereits in den ersten Modulen des Erasmusprojektes gefilmt hatten. Danach tanzten wir Deutsche den anderen eine Runde Cha-Cha-Cha vor. Anschließend wurde das Buffet eröffnet und wir aßen gemeinsam mit den Eltern unserer Austauschpartner Pizza und Kuchen.

Freitag, der 11. November, war ein Feiertag, also verbrachten wir den Tag und das Wochenende mit unseren Gastfamilien. Am letzten Tag, dem 14.11., machten wir einen letzten Ausflug mit den Norwegern in den Talkessel „Salazie“. Auf dem Weg hielten wir an, um den Brautschleierwasserfall, den „voile de la mariée“ anzuschauen. Danach fuhren wir nach Hell-Bourg, ein typisch kreolisches Dorf. Am frühen Nachmittag waren wir zurück in der Schule und beendeten unser Erasmusprojekt. Außerdem gab es für alle ein zum Thema passendes T-Shirt. Drei Stunden später, um 18:30 Uhr, mussten wir uns am Flughafen von unseren Gastgebern und den norwegischen Austauschschülern verabschieden.

Melinda Gashi (10b)

 

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer ein T-Shirt (Foto: Gr).