Kultur, Natur und Sonne pur

Zwölf unvergessliche Tage auf La Réunion

Von Anna Kuhfuß (9b)

Für elf Schülerinnen und Schüler sowie die beiden Lehrkräfte Iris Graf und Felix Hott erfüllte sich dieses Jahr ein Traum. Sie konnten dem kalten deutschen Novemberwetter entfliehen und zwölf Tage im Sonnenschein verbringen. Gefördert durch Erasmus+ flogen sie gemeinsam auf die französische Insel La Réunion im Indischen Ozean. Bereits im Vorfeld engagierten sich die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte, erstellten Präsentationen zu diesem französischen Überseedépartement und stellten diese zunächst in kleiner Runde vor. Am 12. November 2025 war es endlich soweit und die Reise begann. Bereits um 5 Uhr morgens hieß es: „Mit dem Taxi nach Paris!“, denn von dort startete der Flug in den Süden.

Um sieben Uhr Ortszeit landete das Flugzeug pünktlich auf La Réunion. Die Zeitverschiebung ist mit drei Stunden so gering, dass sie niemandem etwas ausmachte. Nachdem alle ihr Gepäck abgeholt hatten, ging es mit dem Bus über die kurvigen und teils holprigen Straßen zur Schule in Sainte-Anne, wo die réunionesischen Schülerinnen und Schüler bereits gespannt warteten. Nach einem kurzen Empfang startete für die deutsche Gruppe sofort die kulturelle und landschaftliche Erkundung der Insel.

Die Natur konnten wir während unseres Aufenthalts besonders häufig bewundern und viel über sie lernen. Egal ob bei einer Wanderung zum Talkessel Mafate oder bei einem Besuch im Kräutergarten Jardin des Épices, überall gab es Spannendes zu entdecken.

Da La Réunion eine Vulkaninsel ist, durften die Besichtigung des Vulkanmuseums „Maison du Volcan” und eine Wanderung zu einem erloschenen Krater des aktiven Vulkans „Piton de la Fournaise” nicht fehlen. Im Museum erfuhren wir viel über die Entstehung, den Aufbau und die Ausbrüche von Vulkanen und konnten unsere geologischen Kenntnisse erweitern.

Doch nicht nur Vulkane, Talkessel und die faszinierende Natur der ländlichen Regionen beeindruckten uns, sondern auch das atemberaubende Meer, das sich rund um die ganze Insel bis weit in den Horizont erstreckte. Trotz zahlreicher Verbotsschilder und Warnhinweise vor Haien konnten wir an der Westküste einen sicheren Badetag genießen. Besonders das farbenprächtige Korallenriff blieb uns allen im Gedächtnis, denn solch einen Anblick hat man nicht alle Tage.

Ein weiteres Highlight war der Besuch der Schildkrötenauffangstation in Saint-Leu. Dort erfuhren wir viel über das Leben der Tiere im Meer und an Land. Besonders interessant waren die Geschichten der Schildkröten, die aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten in der Station versorgt wurden.

Auch kulturell lernten wir während unseres Aufenthalts viel dazu. So besuchten wir einen Hindutempel, eine Moschee und sogar einen madagassischen Tempel. Jede dieser Besichtigungen bot uns neue Einblicke in die religiöse Vielfalt der Insel. Ein besonders schönes Erlebnis war zudem ein Tanzworkshop, der allen ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Während der Zeit in den Gastfamilien lernten wir die traditionelle réunionesische Küche kennen. Auf den Märkten entdeckten wir Früchte und Kräuter, die es bei uns nicht gibt. Besonders präsent war die Vanille, die auf La Réunion in großen Mengen angebaut wird. Neben Lebensmitteln gab es dort aber auch zahlreiche Souvenirs, vor allem Schmuck. So fand jeder etwas Passendes und niemand ging mit leeren Händen nach Hause.

Der Austausch war für uns alle eine einzigartige Gelegenheit, die Kultur, das Leben und die Traditionen eines zwar europäischen, aber dennoch so anderen Ortes kennenzulernen. Wir konnten unseren Horizont enorm erweitern.

Diese Erfahrung wird niemand von uns so schnell vergessen, und als Gruppe sind wir auf der Reise richtig zusammengewachsen. Egal, ob es darum ging, eine Kakerlake zu entfernen oder jemandem zuzuhören, wenn er Sorgen hatte, jeder war für den anderen da. Das machte den Austausch noch besonderer, als er ohnehin schon war.

Nach dieser wunderbaren Zeit auf der französischen Insel freuen wir uns nun auf den Gegenbesuch unserer Partner im April 2026 und hoffen auf ein genauso schönes Abenteuer wie wir es auf La Réunion erleben durften.