"instABIl" ist doch stabil

Entlassfeier zeigte Kreativität und Zusammenhalt des Abiturjahrgangs 2026

Niemand liefert sich gern freiwillig instabilen Situationen aus, denn sie stellen Verlässlichkeiten in Frage und sorgen für Verunsicherung oder gar Angst. Hat man sie gemeistert, stellt man aber oft fest, wie sehr man an ihnen gewachsen ist. Die 81 Mitglieder des Abiturjahrgangs "instABIl" haben auf ihrer Abiturentlassfeier gezeigt, dass sie in ihrer achtjährigen Zeit in der "Bruchbude" (aka OHG) Einfallsreichtum, Grips, Zusammenhalt und Stil entwickelt haben.

Es war ein Abiball, wie man ihn sich nur wünschen kann – gestaltet von der Gemeinschaft der Schülerinnen und Schüler, die nun ihr Abitur in der Tasche haben und einen energiegeladenen Schlusspunkt hinter ihre Schulkarriere setzten. Der offizielle Teil des Abends startete mit dem Gesang der Schulchöre unter der Leitung von Sabrina Neidig. Die dann folgenden Rednerinnen und Redner kommentierten das markige und von vielen appellativ verstandene Motto dieses Abijahrgangs ("instABIl – Raus aus der Bruchbude!") mal ironisch-witzig (Schulleiter Christian Annuschat), mal zuversichtlich (Oberbürgermeister Dirk Elkemann) oder sie sprachen wie der Elternbeiratsvorsitzende Dr. Richard Bremer als Vater einer Abiturientin aus einer sehr persönlichen Perspektive über die Zeit am OHG. Besonders hervorzuheben ist die brillante Rede des diesjährigen Scheffelpreisträgers Jakob Ernst, die sich kritisch mit dem Thema 'KI und Schule' auseinandersetzte – man kann sie an dieser Stelle noch einmal nachlesen. Scharfsinnig, unterhaltsam und brandaktuell zugleich, sorgte sie für stehende Ovationen im Publikum. Die Ausgabe der Abiturzeugnisse erfolgte dann gestaffelt nach den vier Deutschkursen. Viele Schülerinnen und Schüler erhielten zudem zusätzliche Preise für besonderes Engagement oder für herausragende Leistungen in einem bestimmten Fach. Besonders geehrt wurden auch die drei Jahrgangsbesten Felix Udluft, Mijo Wanner und Lene Hofstetter, die jeweils mit der Note 1,0 abschlossen.

Nach dem Essen begann dann der inoffizielle Teil des Abends, der vom traditionellen Ball eingeleitet wurde. Nach einigen Runden Discofox, Walzer, Cha-Cha-Cha und Rumba führten Ronja Bremer und Lasse Brunsch als Moderatoren des Senders "Abi TV" durch das kurzweilige Abendprogramm. Hier wurden noch einmal verschiedene Leistungskurse auf der Bühne aktiv, so beispielsweise der Sportkurs von Niko Barabas, der unter der Leitung von Paula Wagner ein wahrlich schweißtreibendes Aerobicprogramm im Stil und Look der 80er Jahre auf die Bühne brachte. Am abschließenden Kahootspiel mit 22 unterhaltsamen Fragen zum Jahrgang "instABIl" beteiligten sich fast 200 Personen aus dem Saal. Auf die vorderen Plätze konnte da nur gelangen, wer profunde Insider-Kenntnisse hatte.

Der schönste Augenblick war wohl, als alle Abiturientinnen und Abiturienten am Ende des Abends noch einmal auf die Bühne kamen und diesen Höhe- und Schlusspunkt ihrer gemeinsamen Zeit sichtlich bewusst und gerührt genossen. Jeder stand hier als Individuum innerhalb einer starken Gemeinschaft, die alle durch die vergangenen beiden Jahre getragen hat. Abschließend ließen alle einen bunten Papierflieger, der mit persönlichen Zukunftswünschen beschriftet war, symbolisch von der Bühne hinabsegeln – ein wunderschönes Bild, das für Zusammenhalt, Abschied und Aufbruch gleichermaßen steht.

Das Abiballkomitee – Leonie Ehrhart, Antonia Kieser, Lasse Brunsch und Ronja Bremer – hat an diesem Abend in Zusammenarbeit mit den anderen Vorbereitungsteams ganze Arbeit geleistet, stellvertretend seien an dieser Stelle die Motivdesignerinnen des Abimottos, Julia Jetich und Fenna Stegemann, genannt. Mit Unterstützung des Freundeskreises sowie des Palatin-Teams haben die Abiturienten für sich und für alle anderen einen wunderschönen Abend organisiert und gestaltet. Alle Zuschauerinnen und Zuschauer, auch jene, die in der instabilen "Bruchbude" zurückbleiben, konnten die im wahrsten Sinne des Wortes stabilisierende Kraft, die von diesem Abiturball ausging, mit sich nehmen. 


Auch andere Medien berichteten über den Abiturball des OHG:

  • Den Bericht der Internetzeitung "Kraichgau lokal" zum Abiturball mit zahlreichen schönen Fotos von Hans Joachim Janik kann man hier nachlesen.
  • Am 15. Juli 2026 erschien die traditionelle Abi-Sonderbeilage der RNZ, G'schafft. Das OHG hat dort auf den Seiten 3 und 4 seinen Platz. Besonders empfehlenswert ist der Bericht von Lena Ulrich und Jakob Ernst über die gemeinsame Zeit in der Kursstufe.

 

Matthias Ebert hielt den Abend fotografisch fest.